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Die fetten Jahre sind vorbei

Produktion y3 film Hans Weingartner Filmproduktion, coop99 Filmproduktion GmbH
Produzenten Hans Weingartner, Antonin Svoboda
Co-produziert von coop99 Filmproduktion GmbH
Beteiligte TV-Sender SWR, arte
Gefördert von BKm Filmförderung des Bundes, Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmfonds Wien, Cine Tirol
Regie Hans Weingartner
Drehbuch Katharina Held, Hans Weingartner
Kamera Matthias Schellenberg, Daniela Knapp
Schnitt Dirk Oetelshoven, Andreas Wodraschke
Szenenbild Christian M. Goldbeck
Kostümbild Silvia Pernegger
Filmmusik Andreas Wodraschke
Tongestaltung Stefan Soltau, Uwe Dresch, Bernhard Maisch
Darsteller Daniel Brühl, Julia Jentsch, Stipe Erceg, Burghart Klaußner

Info

Dass die Güter dieser Welt ungerecht verteilt sind, ist allen klar, wie das zu ändern ist, hingegen nicht so ganz. Die Freunde Jan (Daniel Brühl) und Peter (Stipe Erceg) haben ihren eigenen Weg gefunden: Nachts brechen sie in Villen ein, nicht um zu klauen, sondern um das Mobiliar auf den Kopf zu stellen. Ihre hinterlassenen Botschaften lauten: „Die fetten Jahre sind vorbei“ oder „Sie haben zuviel Geld“ - unterzeichnet mit „Die Erziehungsberechtigten“. Jule (Julia Jentsch), die eigentlich mit Peter liiert ist, und Jan verlieben sich ineinander. Im Überschwang der Gefühle steigen sie zu zweit in eine Villa ein und werden dabei vom Besitzer (Burghart Klaußner) überrascht. Dafür haben die selbsternannten Erziehungsberechtigten keinen Plan - und unversehens werden sie zu Entführern...


Nominiert für den besten Film:

DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI - Produzenten: Hans Weingartner, Antontin Svoboda - y3 flm Hans Weingartner Filmproduktion, coop99 Filmproduktion GmbH

Hans Weingartner
Antontin Svoboda

Nach dem großen Erfolg mit seinem Spielfilmdebüt DAS WEISSE RAUSCHEN (2001) hatte Hans Weingartner, geboren 1970 in Österreich, nicht primär die Absicht, der Produzent seiner eigenen Filme zu werden. Aber seine komplizierte Suche nach Stoffen und die offene Art, wie seine Filme entstehen, ließen diesen Schritt zu einer Option werden, die eine zusätzliche, durchaus auch künstlerische Herausforderung für Weingartner war und die er sowohl im kreativen wie auch wirtschaftlichen Bereich annahm und meisterte. Der Absolvent der Hochschule für Medien in Köln, der zuvor Physik, Gehirnforschung und Neurochirurgie in Berlin und Wien studiert hatte, tat sich schließlich für das bilaterale Projekt DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI mit einem der interessantesten Produzenten aus Österreich zusammen. Antonin Svoboda, Gründungsmitglied des Wiener Filmemacher-Kollektivs coop99, zu dem auch die Regisseurinnen Barbara Albert und Jessica Hausner sowie der Kameramann Martin Gschlacht gehören, steht für international erfolgreiches Autorenkino durch Filme wie NORDRAND (Albert) oder HOTEL (Hausner). Coop99, als Synonym für eine Nouvelle Vague auf Wienerisch, war sowohl stilistisch als auch programmatisch ein idealer Partner für Hans Weingartner und sein Konzept vom politischen Kino.


Nominiert für die beste Regie:

Hans Weingartner

Selten hat ein Regisseur hierzulande mit seinem ersten Spielfilm eine solche Aufmerksamkeit erregt. Der studierte Hirnforscher Hans Weingartner (Jahrgang 1970) schloss sein zweites Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln mit einem Film ab, der erfolgreich etwas probierte, woran bis dahin viele Filme gescheitert sind: die erlebbare Darstellung einer Krankheit oder: DAS WEISSE RAUSCHEN (2001). Das intensive Spiel des damals noch relativ unbekannten jungen Schauspielers Daniel Brühl gepaart mit einer Regie, die sozusagen diagnostisches Wissen mit souveräner Schauspielerführung vereint und dabei auch noch visuelle Schranken überwindet, machte den Film zu einem besonderen Debüt, das zu Recht bei kaum einer Nachwuchspreisvergabe übergangen wurde und über Festivals durch die Welt reiste. Danach ist der zweite Film normaler Weise immer der schwerste. Hans Weingartner hat das gewusst und die Herausforderung angenommen. Zwei Jahre brauchte er für die Entwicklung von DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI, die er zusammen mit der jungen Autorin Katharina Held vorantrieb. In dieser Zeit erwies sich das Multitalent auch als effektiver Produzent, der für das politisch kontroverse Projekt mit experimentellem Charakter erfolgreich Förderungen und Partner akquirieren konnte. Schließlich bricht der fertige Film auch noch den vermeintlichen Bannstrahl des Festivals von Cannes über den deutschen Film, der nach zehn Jahren Zwangspause mit DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI wieder in den Wettbewerb an der Croisette zieht. Das musste ja auch an der Kinokasse gut ausgehen.


Nominiert für die beste darstellerische Leistung - männliche Nebenrolle:

Burghart Klaußner

Der 1949 in Berlin geborene Schauspieler Burghart Klaußner taugt auf den ersten Blick nicht für die klassische Vaterrolle. Aber einige seiner prägnantesten Auftritte im Kino waren Auftritte als Väter. Die beiden Väter, die er im Abstand von zehn Jahren für Wolfgang Becker spielte, hätten unterschiedlicher nicht ausfallen können: Der Tyrann im Jugenddrama KINDERSPIELE (1992) und der verlorene, liebende Vater in GOOD BYE, LENIN! (2002). Beweise für das große darstellerische Spektrum eines Schauspielers, der sich sicher zwischen Bühne, Fernsehen und Kino bewegen kann. Auch für Hans-Christian Schmid schlüpfte Klaußner schon zwei Mal in die Rolle des Vaters, zuletzt in dem soeben fertiggestellten Drama REQUIEM. In DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI von Hans Weingartner spielt Klaußner, dem man in anderen Zusammenhängen auch staatstragende Figuren wie Ministerpräsidenten oder Polizeichefs abnimmt, den zunächst skrupellos erscheinenden Unternehmer Hardenberg. Durch die aus der Not geborene Entführung durch drei junge Idealisten, die sich „Die Erziehungsberechtigten“ nennen, gerät er auch durch seine eigene linke Vergangenheit immer stärker in die Position eines Freundes, ja Komplizen. Bekanntlich wurde beim Dreh dieses Films viel Wert auf improvisatorisches Talent gelegt. Burghart Klaußner konnte dieses Talent in zweifacher Hinsicht nutzen: Als Mitglied einer Swing-Band hat er besondere Erfahrungen im Improvisieren. Als ehemaliges Mitglied verschiedener Polit-WGs in den sechziger und siebziger Jahren bringt er persönliche Erfahrungen für die Ausgestaltung seiner Rolle mit.

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