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Schneeland

Produktion Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion GmbH
Produzent Hans W. Geißendörfer
Regie Hans W. Geißendörfer
Drehbuch Hans W. Geißendörfer, nach dem Roman „Hohaj“ von Elisabeth Rynell
Kamera Hans-Günther Bücking
Schnitt Peter Przygodda
Szenenbild Bengt Svedberg
Kostümbild Andreas Janczyk
Filmmusik Irmin Schmidt
Tongestaltung Roland Winke, André Bendocchi-Alves, Martin Steyer
Darsteller Thomas Kretschmann, Julia Jentsch, Oliver Stokowski, Ina Weisse, Maria Schrader, Ulrich Mühe

Info

Schweden, Gegenwart. Bei einem Autounfall verliert die Schriftstellerin Elisabeth ihren Ehemann und bleibt allein mit drei Kindern zurück. Verzweifelt beschließt sie, dem Geliebten in den Tod zu folgen. Sie sucht den Weg in die Schneewüste Lapplands, wo sie ihren Mann vor Jahren kennen gelernt hatte. Auf dem Weg dorthin findet sie in der Nähe eines Einsiedlerhofes die Leiche einer alten Frau und stößt schließlich auf immer neue Spuren einer bewegenden Leidenschaft: Die Geschichte der außergewöhnlichen und radikalen Liebe zwischen Aron, der mit einem dunklen Geheimnis durch die Welt wanderte, und Ina, seit ihrer Kindheit im Banne eines übermächtigen Vaters. Elisabeth findet durch die Kraft der Liebe von Ina und Aron, die gemeinsam versuchen, gegen das Schicksal anzukämpfen, zurück in ihr eigenes Leben, zurück zu ihren Kindern.

 

Spielfilm, 142 min


Nominiert für die beste Kamera/Bildgestaltung:

Hans-Günther Bücking

Begonnen hat der 1951 geborene Routinier der Kamera Hans-Günther Bücking als Assistent bei einigen Klassikern des neuen deutschen Films wie Fassbinders DIE DRITTE GENERATION (1979), DIE KINDER AUS NR.67 von Ursula Barthelmess und Werner Meyer (1980) oder WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO von Uli Edel (1981). Für seine suggestiven Bilder in Nina Grosses Spielfilmdebüt DER GLÄSERNE HIMMEL (1988) erhielt er unter anderem den Deutschen Kamerapreis. Danach arbeitete er für fast alle interessanten deutschen Filmemacher und Filmemacherinnen von Sherry Hormann (WIDOWS, 1997) über Nico Hofmann (SOLO FÜR KLARINETTE, 1998) bis Marc Rothemund (HARTE JUNGS, 2000). Vor allem aber für Hans W. Geissendörfer (u.a. JUSTIZ,1993), Peter Keglevic (u.a. VICKYS NIGHTMARE, 1998, TANZ MIT DEM TEUFEL, 2001) – und für sich selbst. Denn seit er 1991 mit dem Roadmovie EINMAL ARIZONA auch als Autor und Regisseur debütierte, ist Hans-Günther Bücking auch in diesen Disziplinen des Filmemachen gefragt. Für seinen 2002 entstandenen Film über den Tiroler Rebellen JENNERWEIN erhielt er Nominierungen und Preise in verschiedenen Kategorien. Hans-Günther Bücking gehört zu den Kameramännern in Deutschland, die die unterschiedlichen Bildformate des Fernsehens und Kinos gleichermaßen beherrschen, die der Psychologie von Figuren ebenso nahe kommen können wie der Poesie von Landschaften. Eine ideale Voraussetzung für die Arbeit an Hans W. Geißendörfers Kino-Comeback SCHNEELAND.

Nominiert für das beste Szenenbild:

Bengt Svedberg

Als Regisseur Hans W. Geißendörfer sich entschied, die kargen, aber viel sagenden Höfe für seine optisch opulente Literaturadaption SCHNEELAND im mittelschwedischen Niemandsland bauen zu lassen, konnte seine Wahl nur auf einen erfahrenen Szenenbildner aus Schweden fallen, der weiß, wie man diese einzigartige Landschaft für die Set Decoration nutzt und umgekehrt. Bengt Svedberg hat natürlich mit Ingmar Bergman gearbeitet (FANNY UND ALEXANDER, 1982), war auch bei den modernen Klassikern des schwedischen Abenteuerkinos RONJA RÄUBERTOCHTER (1984) und PELLE, DER EROBERER (1987) von Bille August am Szenenbild beteiligt und erreichte auch mit der in den Fünfzigern angesiedelten Familientragödie MY BIG FAT DADDY (1992) von Kjell-Ake Andersson internationale Anerkennung. In SCHNEELAND gelingt es ihm, dass ein Ensemble hochkarätiger deutscher Schauspieler in einem ebenso exotisch wie authentisch wirkenden Ambiente zu sich und ihren Figuren kommt.

Nominiert für das beste Kostümbild:

Andreas Janczyk

Für den Kostümbildner Andreas Janczyk war die Arbeit an Hans W. Geißendörfers archaischem Familiendrama SCHNEELAND gleichzeitig auch Neuland. Der vielbeschäftigte Costume Designer, der wie die meisten seiner Kollegen sowohl für Kinoproduktionen wie GROSSE MÄDCHEN WEINEN NICHT (2002, R: Maria von Heland) als auch für Fernsehserien wie „Das Büro“ mit Ingolf Lück arbeitet, fand seine Herausforderungen bislang stets in der Gegenwart – sei es in einer modernen Fantasiewelt wie bei KAI RABE GEGEN DIE VATIKANKILLER (1998; R: Thomas Jahn), in der postmodernen Club-Szenerie wie in Mathias Glasners FANDANGO (2000) oder im Milieu halbspießiger Hipness auf einem Porzer Polizeirevier in Ralf Hüttners MUSTERKNABEN III. Im schneebedeckten Niemandsland aus dem Roman von Elisabth Rynell herrscht naturgemäß keine große Auswahl an Stoffen, Mustern und Farben. Da müssen sich die Kostüme in Details unterscheiden, um dem Publikum etwas über ihre Trägerinnen und Träger erzählen zu können. Diese Details zu finden und zu erfinden, das war die neue Herausforderung für Janczyk, die er offensichtlich gerne und mit Erfolg angenommen hat.


Nominiert für die beste Tongestaltung:

André Bendocchi-Alves, Erik Seifert, Martin Steyer, Roland Winke

v.o.n.u.
André Bendocchi-Alves
Erik Seifert
Martin Steyer

Für Regisseur Hans W. Geißendörfer hatte die Geschichte, die seinem Film SCHNEELAND zugrunde liegt, „etwas unheimlich Archaisches, es geht um Liebe, um Einsamkeit, um das ganze Urgestein des Menschseins.“ Deshalb war er für ihn auch immer als ein Fest der Sinne angelegt. Man sieht es – und man kann es hören. Dafür haben vier echte Experten ihres Gewerbes gesorgt. Der O-Tonmann Roland Winke, der im letzten Jahr auch an den Großproduktionen (T)RAUMSCHIFF – SURPRISE von Michael „Bully“ Herbig und DER UNTERGANG von Oliver Hirschbiegel mitgearbeitet hat, und sein Kollege Erik Seifert (LAMMBOCK, 2001, R: Christian Zübert). Für den Tonschnitt war der gebürtige Brasilianer André Bendocchi-Alves (Jahrgang 1958) zuständig, der seit fast zwanzig Jahren als Schnittmeister, Sound-Editor und Sound-Designer arbeitet – unter anderem mit Wim Wenders (LISBON STORY, 1994), Romuald Karmakar (DER TOTMACHER, 1995), Bille August (FRÄULEIN SMILLAS GESPÜR FÜR SCHNEE, 1997) und Benjamin Quabeck (VERSCHWENDE DEINE JUGEND, 2003). Und immer wieder mit dem Mischtonmeister Martin Steyer, der seit Jahren zu den aktivsten und engagiertesten Vertretern seiner Zunft gehört. Steyer, der sein feines Gespür für Töne sicherlich auch seiner großen Musikalität verdankt, ist auch deshalb so viel beschäftigt, weil er neugierig ist. In der langen Liste seiner Filme befinden sich mindest so viele Übungen von Filmstudenten wie große Produktionen á la DER BEWEGTE MANN (1994), MÄNNERPENSION (1995), DIE APOTHEKERIN (1997) und GOOD BYE, LENIN! (2003). Und sie werden mit mindestens der gleichen Sorgfalt und Liebe zum Detail gemischt.

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