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Sophie Scholl

Produktion Neue Goldkind Film, Broth Film
Produzenten Christoph Müller, Sven Burgemeister, Fred Breinersdorfer, Marc Rothemund
Co-produziert von Bayerischer Rundfunk, Südwestrundfunk, arte
Gefördert von FFF FilmFernsehFonds Bayern, FFA Filmförderungsanstalt, BKM Filmförderung des Bundes
Regie Marc Rothemund
Drehbuch Fred Breinersdorfer
Kamera Martin Langer
Schnitt Hans Funck
Szenenbild Jana Karen-Brey
Kostümbild Natascha Curtius-Noss
Filmmusik Johnny Klimek, Reinhold Heil
Tongestaltung Roland Winke, Daniel Dietenberger, Alex Saal, Tschangis Charukh
Darsteller Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, André Hennicke

Info

Februar 1943: Bei einer Flugblatt-Aktion gegen die Nazi-Diktatur wird die junge Studentin Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans in der Universität München verhaftet. Tagelange Verhöre bei der Gestapo entwickeln sich zu Psycho-Duellen zwischen der Widerstandskämpferin und dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr. Sophie kämpft zunächst um ihre Freiheit und um die ihres Bruders, stellt sich schließlich durch ihr Geständnis schützend vor die anderen Mitglieder der Weißen Rose und schwört ihren Überzeugungen auch dann nicht ab, als sie dadurch ihr Leben retten könnte...

 

 

 

Nominiert für den besten Film:

SOPHIE SCHOLL - Produzenten: Christoph Müller, Sven Burgemeister (Goldkind Film), Fred Breinersdorfer, Marc Rothemund (Broth Film)

Zwei Firmen, vier Produzenten und eine Vielzahl von Geschichten, die durchaus zwingend zu einer solchen Kooperation führen sollten:

Christoph Müller, Jahrgang 1964, hatte vor drei Jahren mit der TV60Film von Bernd Burgemeister die Neue Goldkind Filmproduktion gegründet, um gemeinsam Gregor Schnitzlers Stuckrad-Barre-Adaption SOLOALBUM, sowie Florian Gaags WHOLETRAIN, der gerade fertig gestellt wird, zu produzieren. Mit Marc Rothemund hatte Müller bereits zu seiner Zeit als ausführender Produzent bei der Constantin Film-Produktion HARTE JUNGS (2000) zu tun.

Als Produzent war Sven Burgemeister (Jahrgang 1966) mit dem Regisseur Rothemund und dem Autor Breinersdorfer bereits im Fernsehen erfolgreich. Für TV60Film produzierte Burgemeister DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT (2002) und der Film wurde mehrfach ausgezeichnet. Bernd Burgemeisters TV60Film produzierte auch die ersten Fernsehfilme von Marc Rothemund mit Autor Breinersdorfer innerhalb der „Anwalt Abel“ Reihe des ZDF.

Fred Breinersdorfer, 1946 geboren und am längsten im Geschäft, ist der Quereinsteiger des Quartetts. Der gelernte Jurist, der seit vielen Jahren zu den bekanntesten und erfolgreichsten Drehbuchautoren des deutschen Fernsehens gehört (u.a. TATORT: ZWEIERLEI BLUT; DER HAMMERMÖRDER), hat in dieser Eigenschaft schon mehrfach mit dem Regisseur Marc Rothemund zu tun gehabt. Mit ihrer gemeinsamen Firma Broth Film sind sie bei SOPHIE SCHOLL als Produzenten aktiv. Seine Regisseurslaufbahn begann der 1968 geborene Marc Rothemund als Assistent bei Helmut Dietl, Bernd Eichinger und Dominik Graf, bevor er gleich mit seinen beiden ersten Kinofilmen das große Publikum suchte und fand (DAS MERKWÜRDIGE VERHALTEN GESCHLECHTSREIFER GROSSSTÄDTER ZUR PAARUNGSZEIT (1998) und HARTE JUNGS). Für SOPHIE SCHOLL erhielt Rothemund auf der Berlinale 2005 den Silbernen Bären für die Beste Regie.

 


Nominiert für das beste Drehbuch:

Fred Breinersdorfer

Es gibt Autoren, bei denen die Fantasie die Recherche ersetzt. Und es gibt Autoren, bei denen die Recherche die Fantasie erst richtig beflügelt. Ein solcher Autor ist Fred Breinersdorfer, der schreibende Rechtsanwalt des Jahrgang 1946, Autor zahlreicher Kriminalromane, Bühnenstücke und Hörspiele, Drehbuchautor von Fernsehklassikern wie dem TATORT: ZWEIERLEI BLUT (1984, mit Götz George), DER HAMMERMÖRDER (1990, Regie: Bernd Schadewald) oder der ZDF-Serie ANWALT ABEL. Bei dieser Serie begann auch Breinersdorfers Zusammenarbeit mit dem Regisseur Marc Rothemund, mit dem er die gemeinsame Firma Broth Film gründete. Nachdem sie mit einem von Sven Burgemeister produzierten Fernsehfilm Furore machten, fungierte diese auch bei SOPHIE SCHOLL als eine der beiden produzierenden Firmen. Breinersdorfers Talent, äußere Spannung mit einem Höchstmaß an inneren Konflikten und Verletzungen seiner Figuren zu verbinden, wurde bei DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT (2002) mit den großartigen Darstellern Anneke Kim Sarnau und Axel Prahl auf die Spitze getrieben. Breinersdorfers intensives Studium der Vernehmungsprotokolle der Mitglieder der „Weißen Rose“, die erst nach dem Ende der DDR zugänglich waren, inspirierte ihn und Rothemund zu einem Film, der die Geschichte des zivilen Widerstands gegen die Nazi-Diktatur um eine wertvolle und spannende Facette bereichern konnte.


Nominiert für die beste darstellerische Leistung – weibliche Hauptrolle:

Julia Jentsch

Das deutsche Kino in seiner Vielfalt hätte in den vergangen zwölf Monaten kaum stattfinden können ohne Julia Jentsch. Und das, obwohl sie ihre meiste Zeit auf der Theaterbühne verbringt. Die 1978 geborene Schauspielerin absolvierte ihre Ausbildung an der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ und wurde sehr schnell für das Theater entdeckt. Seit 2001 ist sie Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele und wurde bereits im Jahr darauf von der Zeitschrift „Theater heute“ zur besten Nachwuchsschauspielerin gewählt. Diese Schuhe sind Julia Jentsch längst zu klein. Sie konnte und wollte innerhalb kürzester Zeit viel Erfahrung sammeln – und vielfältige. Zwischen Christoph Starks Love-Parade-Drama JULIETTA (2001) und dem vielbeachteten Debüt von Sven Taddicken MEIN BRUDER DER VAMPIR im selben Jahr lagen noch gewaltige Theaterproduktionen wie Shakespeares OTHELLO oder die ORESTIE von Eurypides. Allein im vergangenen Jahr also war sie in drei Kinoproduktionen zu bewundern – als unfreiwillige Kidnapperin in Hans Weingartners DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI, als geschundene, starke Bauerntochter in SCHNEELAND von Hans W. Geissendörfer und schließlich als SOPHIE SCHOLL im gleichnamigen Film unter der Regie von Marc Rothemund. Für diese Rolle erhielt Julia Jentsch im Februar diesen Jahres bereits den Silbernen Bären der Berliner Filmfestspiele als Beste Darstellerin. Natürlich empfindet es Julia Jentsch als „große Herausforderung“, eine historische Persönlichkeit zu spielen. „Als Schauspielerin will man jeder Figur gerecht werden, die man verkörpert. Aber bei Figuren, die tatsächlich gelebt haben, kommt noch etwas hinzu: Verantwortung gegenüber denen, die sie kannten.“


Nominiert für die beste Kamera/Bildgestaltung

Martin Langer

Die Kamera ist für den 1959 geborenen Hamburger Martin Langer ein Werkzeug im besten Sinne des Wortes. Also ein Kunstwerkzeug, das zu beherrschen handwerkliche Fähigkeiten mit visionären verbindet. Deshalb ist Langer zum Beispiel für die psychologischen, historischen und sozialen Dramen des Regisseurs Roland Suso Richter der buchstäblich einzig Richtige – von 14 TAGE LEBENSLÄNGLICH (1997) über DIE BUBI-SCHOLZ STORY (1998) bis zu EINE HANDVOLL GRAS (2000). Und deshalb passt Langer auch in die Arbeitswelt des ironischen Naturalismus der Filmemacherin Hermine Huntgeburth (DER HAHN IST TOT, 2000), mit der er zuletzt Corinne Hoffmanns Bestseller DIE WEISSE MASSAI (mit Nina Hoss in der Titelrolle) verfilmte. Für Regisseur Marc Rothemund führt seine ebenso sensible wie zupackende Kamera das Publikum spürbar durch die Seelenqualen einer Polizistin im Mobbing-Inferno auf dem Revier, aus dem es nur einen Ausweg gibt, den Freitod (DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT, 2002). In Rothemunds Berlinale-prämiertem Widerstands-Drama SOPHIE SCHOLL geht die faszinierende Reise sowohl in die kargen und grauen Räume hinter Gittern als auch in die Gesichter der starken Julia Jentsch und ihres zusehends verunsicherten Antagonisten Alexander Held.

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