Ehrenpreis

Jürgen Jürges erhält den Ehrenpreis 2022

Der Kameramann Jürgen Jürges wird bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises mit dem Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film ausgezeichnet. Der wichtigste deutsche Filmpreis wird am 24. Juni 2022 im Palais am Funkturm in Berlin verliehen. Das Erste überträgt die Gala am gleichen Abend.

Jürgen Jürges ist ein Meister des Lichts. Durch seine unübertroffene Einfühlsamkeit für Figuren und Geschichten und sein einzigartiges Gespür für Stimmungen und Bilder hat er in über fünf Jahrzehnten den deutschen Film entscheidend geprägt. Wer das Glück hat, mit ihm arbeiten zu dürfen, erlebt nicht nur seine einzigartige künstlerische Qualität, sondern auch einen Menschen von absoluter Integrität und großem Feingefühl, der tief in die menschliche Seele blickt und genau das in seinen Bildern spürbar macht.

Alexandra Maria Lara & Florian Gallenberger, Präsident:innenduo der Deutschen Filmakademie

Die Schauspielerin Alexandra Maria Lara ergänzt:

Ich habe mich vor Jürgen Jürges‘ Kamera und in seinem Licht unglaublich sicher und aufgehoben gefühlt. Für mich war er in der gemeinsamen Arbeit an Helmut Dietls VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE viel mehr als „nur“ der Kameramann. Er war ein wunderbarer Begleiter.

Alexandra Maria Lara Präsidentin der Deutschen Filmakademie

Und auch Florian Gallenberger, der als Regisseur mehrfach:

Eigentlich verdanke ich Jürgen Jürges alles. Ich habe meine ersten drei Filme mit Jürgen gemacht und für mich wird er immer der wichtigste Gefährte auf meinem filmischen Weg sein. Von niemandem habe ich mehr gelernt. Seine Hingabe an den Film, sein Respekt vor allen Beteiligten und sein tiefes Verständnis vom Geschichten-erzählen, sind unübertroffen. Danke Jürgen!

Florian Gallenberger, Präsident der Deutschen Filmakademie

Zur Person der Ehrenpreisträgerin 2022 Jürgen Jürges Ausgezeichnet für herausragende Verdienste um den Deutschen Film

Der 1940 in Hannover geborene Jürgen Jürges gilt als einer der Profiliertesten seines Fachs. Bei über einhundert deutschen und internationalen Kinoproduktionen war der „stille Meister des Lichts“ (Filmdienst) für die Bildgestaltung verantwortlich. Seine Karriere begann Jürges Mitte der 60er Jahre als Kameraassistent, ab 1970 prägte er als Chefkameramann das Erscheinungsbild des Neuen Deutschen Films entscheidend mit. Er arbeitete bei ANGST ESSEN SEELE AUF (1973) und SATANSBRATEN (1975) mit Rainer Werner Fassbinder zusammen, führte die Kamera bei Robert van Ackerens DIE FLAMBIERTE FRAU (1982) und DIE VENUSFALLE (1987), feierte mit Uli Edels CHRISTIANE F. – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO (1981) Erfolge und gestalte das Bild bei EISENHANS (1982) von Tankred Dorst. Mit Michael Haneke arbeitete er an FUNNY GAMES (1996), CODE INCONNU (1999) und WOLFZEIT (2002), mit Helmut Dietl bei VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE (2004) zusammen. Für Florian Gallenberger gestaltete er „Schatten der Zeit“ (2004) und JOHN RABE (2007). Ab 2008 arbeitete Jürges für mehrere Jahre an dem filmischen Experiment DAU von Ilya Khrzhanovsky, 2013 stand er für Wolfgang Beckers ICH UND KAMINSKI hinter der Kamera. Seine aktuellste Arbeit ist der Kurzfilm „DVA Slova“ (2022) von Michael Siebert, der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine entstanden ist und vom Zusammentreffen einer ukrainischen Soldatin und einem russischen Soldaten erzählt.

„DVA Slova“ steht hier zur Sichtung bereit!

Für seine Kameraführung wurde Jürgen Jürges mit zahlreichen Preisen gewürdigt, darunter zweimal mit dem Deutschen Filmpreis und mehrfach mit dem Deutschen Kamerapreis. Er erhielte den Adolf-Grimme-Preis, den Bayerischen Filmpreis und für seine Kameraführung in Khrzhanovskys „DAU. NATASHA“ den Silbernen Bären der 70. Berlinale in der Kategorie „Herausragende künstlerische Leistung“. Den Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film wird Jürgen Jürges am 24. Juni im Berliner Palais am Funkturm persönlich in Empfang nehmen.

Die Ehrenpreisjury

Wir danken den Mitgliedern der Ehrenpreisjury unter dem Vorsitz des ehemaligen Akademie-Präsidenten Ulrich Matthes: Kalle Friz, Dennenesch Zoudé, Sherry Hormann, Ali Samadi Ahadi, Ewa Karlström, Thomas Kufus, Matthias Müsse, Katja Eichinger und An Dorthe Braker.