Ehrenpreis

Hark Bohm erhält den Ehrenpreis 2018

Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Hark Bohm wurde bei der 68. Verleihung des Deutschen Filmpreis mit dem Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

Jurybegründung – Iris Berben über Hark Bohm

Iris Berben, Präsidentin der Deutschen Filmakademie und Vorsitzende der Ehrenpreisjury, begründet die Wahl:

Als ich Ende der Sechziger von Hamburg ins Film-Mekka München kam, war der Hanseat Hark Bohm schon da – als Theoretiker, Aktivist und imposanter Gelegenheitsschauspieler. In den Siebzigern begann seine Karriere als Regisseur von wirklichen Klassikern des Jungen Deutschen Films. Darsteller – besonders auch bei Fassbinder – ist er immer geblieben. Theoretiker und Aktivist auch. Der deutsche Film und auch die Deutsche Filmakademie haben Hark Bohm als Filmemacher, als Filmlehrer und als filmpolitischem Gestalter immens viel zu verdanken

Iris Berben

Foto: Thomas Ebert

Zur Person des Ehrenpreisträgers 2018

Hark Bohm

Ausgezeichnet für herausragende Verdienste um den Deutschen Film

Der 1939 in Hamburg geborene Hark Bohm absolvierte zunächst ein Jurastudium. 1970 gründete er gemeinsam mit anderen Filmschaffenden den “Filmverlag der Autoren” – die Keimzelle des Neuen Deutschen Films.

Im selben Jahr steht er in “Der Amerikanische Soldate” erstmals für Rainer Werner Fassbinder vor der Kamera. Dieser engagierte ihn anschließend für viele weitere Filme – darunter “Effie Briest” (1974), “Angst essen Seele auf” (1974), “Die Ehe der Maria Braun”(1979) und “Lilli Marleen” (1981). Im Laufe der Jahrzehnte wirkt Hark Bohm in rund 80 Kino- und Fensehproduktionen als Nebendarsteller in Arbeiten von Regiekollegen wie Reinhard Hauff, Margarethe von Trotta, Alexander Kluge, Helmut Dietl, Emir Kusturica oder Andres Veiel.

1973 gibt Hark Bohm mit “Tschetan, der Indianerjunge” sein Debüt als Regisseur und legte damit den Grundstein für seine Regiekarriere. Untrennbar ist sein Name verbunden mit den Jugendklassikern “Nordsee ist Mordsee” (1976) und “Moritz, lieber Moritz” (1977) sowie mit dem vielfach preisgekrönten Drama “Yasemin”(1988). Auch mit gelobten Fernseharbeiten wie “Vera Brühne” (2001) oder “Sterne, die nie untergehen – Atlantic Affairs” (2002) sorgte Bohm für Aufmerksamkeit.

Als Drehbuchautor verfasste er gemeinsam mit Niki Stein von 2012 bis 2015 die achteilige Serie “Hitler” für die Ufa. Bei Fatih Akins Verfilmung des Bestsellers “Tschick” sowie bei dessen aktuellster Regiearbeit “Aus dem Nichts” fungierte er als Koautor.

Hark Bohm zählt zu den Mitbegründern des Hamburger Filmbüros und ist Mitinitiator des Filmfest Hamburg sowie des “Instituts für Theater, Musiktheater und Film” an der Universität Hamburg, wo er bis 2005 das Institut des Aufbaustudiengangs Film leitete. Er engagierte sich von 2006 bis 2012 im Vorstand der Deutschen Filmakademie und realisiert für die Akademiemitglieder bis heute die beliebten “Werkstattgespräche” mit namhaften Filmschaffenden.

Die Ehrenpreisjury

Wir danken den Mitgliedern der Jury Iris Berben, Fred Breinersdorfer, Wilfried Geike, Dagmar Hirtz, Alfred Holighaus, Klaus Keil, Antje Schlag, Thomas Plenert, Hansjörg Weißbrich und Ina Weisse